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Die Geschichte von Bucki, dem Biber

 

 

Teil I

„Platsch! – Ein kalter Wasserschwall riss den behäbigen Biber aus seinem Früher-Nachmittagsschlaf. „Waff?!“, empört richtete Bucki sich auf. Die Elsenz lag still vor ihm, nur da drüben, fast am anderen Ufer suchte Fritz, der Erpel, mit dem Kopf unter Wasser nach Essbarem. „Fritff!“ pfiff Bucki durch seine Vorderzähne, „Warum hafft du mich naffgeprfifft?“ Langsam und zumindest in seinen eigenen Augen unglaublich elegant, glitt der Erpel über den Fluss auf Bucki zu. „Entschuldigen Sie“, näselte Fritz von-und-zu Erpel, „Was meinen der Herr? Was soll ich gemacht haben?“ „Mich naff gefprifft! Daff hat mich aufgeweckt!“ „Nein, nein, nein“, hüstelte der Erpel und schüttelte sein Gefieder, „ICH habe Sie gewiss nicht nass gespritzt. Das war dieses...dieses Ding da. Jemand hat es in den Fluss geworfen.“ Bucki folgte dem Blick des Erpels. Nicht weit von ihm, am Uferrand, lag etwas im Wasser. „Typiff“, murmelte Bucki und warf dem Erpel, der gerade wieder abtauchte, einen letzten Blick zu, „Den Ffnabel trägt er ganf oben, aber hat noch nie ein Buch geffehen.“ Vorsichtig fischte Bucki das Buch aus der Elsenz. „Dinge“, stand in großen Lettern auf dem Buchcover und etwas kleiner darunter „die nicht in den Fluss gehören.“ Der Biber legte sich zurück in seine Schlafmulde am Ufer und begann in dem Buch zu lesen, wobei seine Augen immer größer und größer wurden. Schließlich stand er abrupt auf und rief: „Ffo geht daff nicht weiter! Ich muff etwaf unternehmen!“

Teil II

Mit großen Augen starrte Kipanya, die Maus, den behäbigen Biber an. „DU willst etwas unternehmen?“ fragte sie erstaunt, „Und DU springst auf? Lieber Bucki, ich kenne dich schon mein halbes Leben lang und habe dich, ungelogen, noch nie aufspringen sehen!“ „Ha ha“, sagte Bucki, der nicht gerne veralbert wurde, obwohl er zugeben musste, dass ihm vom schnellen Aufstehen tatsächlich etwas schwindelig geworden war. Aber es gab jetzt Wichtigeres zu tun. „Jemand hat dieffeff Buch in die Elffenff geworfen und in dieffem Buch ffteht, daff noch viel mehr Fftinker noch viel Fftinkigereff in noch viel mehr Flüffe werfen!“ Kipanya musste ein bisschen über Buckis Redeschwall nachdenken, vor allem um die vielen „eFfs“ durch „eSse“ zu ersetzen und als sie schließlich so weit war, um zu antworten, redete Bucki bereits aufgebracht weiter: „Und von den Flüffen fliefft daff Fftinkige in die Meere und inff Grundwaffer und verurffacht dort ffogar noch mehr Ffaden alff hier! Und dagegen muff etwaff unternommen werden!“ Kipanya legte ihren kleinen Mäusekopf schief: „Und was genau möchtest du dagegen unternehmen?“ Der Biber, dem vom vielen aufgeregten Reden noch schwindeliger geworden war, setzte sich nachdenklich wieder ans weiche Elsenzufer. „Ich denke wir müffen im Kleinen anfangen. Wenn man alleine ffu klein ifft, um gegen daff groffe Fftinkige anffukommen, dann muff man wenigfftenff ffeinen kleinen Teil daffu beitragen. Denn wenn jeder auf ffeinen kleinen Teil aufpafft, dann ffind wir ffuffammen gröffer, alff die groffen Fftinker!“ Die kleine Maus nickte eifrig und sagte: „Und wie genau sieht unser kleiner Teil aus?“ „Ffu allererfft müffen wir den Fftinker finden, der dieffeff Buch in die Elffenff geworfen hat!“ „Einverstanden!“ sagte Kipanya begeistert, „Ich habe auch schon eine Idee!“ „Ehrlich?“ fragte Bucki erstaunt. „Jawohl! Der größte Stinker den ich kenne ist eindeutig Mieffratz, die Ratte! Komm wir befragen ihn dazu!“ „Och, muff ich mitkommen?“ fragte Bucki, die anstrengende Rede hatte ihn müde gemacht. „Bucki!“ sagte die Maus ermahnend. „Ja ja, ich komm ja schon“.

Teil III

Bucki, der Biber, war überhaupt nicht glücklich. Das hing in erster Linie damit zusammen, dass er sich in einer so unglücklichen Umgebung befand. Seine Freundin Kipanya, die Maus, hatte ihn in dieses dunkle Abwasserrohr geführt. Um ihn herum war alles schwarz und grau und stinkig. Und das mochte Bucki überhaupt nicht! Er hatte es lieber hell; lag lieber auf einer grünen, duftenden Wiese und blickte auf einen blauen, klaren Flusslauf. Auch die Tatsache, dass er seit dem frühen Nachmittag nicht mehr geschlafen hatte machte ihm schwer zu schaffen. Das war schließlich schon mindestens eine Stunde her! Vielleicht sogar zwei! Er hatte es nun mal lieber gemütlich. Ging das Leben gerne etwas ruhiger an. „Bucki“, riss ihn Kipanyas tadelnde Stimme aus seinen Gedanken, „Denkst du etwa schon wieder ans Schlafen? Hast du etwa vergessen, warum wir hier sind? Du wolltest doch deinen kleinen Teil, gegen die großen Stinker, beitragen. Und dazu sollte man eben besser wach sein.“ Verschämt blickte Bucki zu Boden. „Ffuldigung“, murmelte er. Plötzlich schnitt eine scharfe Stimme durch die Dunkelheit: „Was wollt ihr hier?“ Aus einem Berg von Müll funkelte sie ein Augenpaar an. „Komm raus, Mieffratz!“ rief Kipanya, „Wir sind gekommen, um dich zur Rede zu stellen!“ Im Müllberg raschelte es und eine große Ratte trat ins Dämmerlicht. Es war schwer zu sagen, ob die Ratte nach Müllberg oder der Müllberg nach Ratte stank. „Zur Rede stellen?“ fragte Mieffratz. „Warum bifft du ffo fftinkig?“, begann Bucki mutig, „Warum machfft du ffo viel Müll? Der Müll gelangt vom Abfluffrohr in den Fluff! Und von da inff Meer! Da gehört er nicht hin!“ Mieffratz hatte aufmerksam zugehört und schüttelte traurig den Kopf. „Du hast schon Recht damit, lieber Biber“, sagte er, „Dass der Müll da nicht hingehört. Aber ICH habe den Müll nicht gemacht! Ich… nun ja… ich mag nur gerne ein bisschen an der Verpackung lecken… Die ist so süß!“ Bucki und Kipanya schüttelte es vor Ekel. „Nun ja“, fuhr Mieffratz fort, „Aber gemacht habe ich den Müll nicht. Vielleicht geht ihr mal etwas den Fluss entlang, zu den Häusern. Da findet ihr wohl eher euren Übeltäter!“ Die Freunde verabschiedeten sich von Mieffratz, froh aus dem stinkigen Rohr heraus zu kommen.

Teil IV

Der Spaziergang am Fluss entlang konnte Bucki, dem Biber, und seiner Mausefreundin Kipanya gar nicht lange genug sein. Ihnen hing immer noch der Geruch des Abflussrohrs in den Nasen und die frische Luft tat da sehr gut.
Nach wenigen Minuten erreichten die beiden Freunde die kleine Siedlung von der die Ratte Mieffratz gesprochen hatte. Hier sollten sie also ihren Übertäter finden. Denjenigen, der für all das große Stinkige verantwortlich sein musste.
“Und waff machen wir jetfft?” fragte Bucki. “Hmmm”, überlegte Kipanya, “Jetzt klingeln wir an den Türen und fragen, ob die Bewohner des Hauses Müll in den Fluss geworfen haben. Am besten fangen wir dort, bei dem kleinen, hellblauen Haus an.” Zielstrebig stapften die beiden auf das Haus zu und klingelten beherzt. Eine alte Spatzendame öffne-te die Türe. “Ja bittäää?” fragte sie mit quietschender Stimme. “Guten Tag - ähm - verehrte Dame - ähm -”, stotterte Bucki los, “Ich wollte Ffie fragen -ähm - wenn eff keine Umfftände macht - ähm...” “Das ist ja nicht auszuhalten!” unterbrach ihn Kipanya. Forsch trat sie an die Tür: “Haben Sie schon einmal Müll in die Elsenz geworfen?” “In die Elsenz?!” fragte die Spatzendame empört, “Nie! Ich würde doch nicht...also bitte! Nie!” “Und vielleicht in den Neckar?” “In den Neckar? Also...achso..hmmm...nun ja...” “Rauff mit der Ffprache!” meldete sich Bucki wieder zu Wort. “Na ja”, sagte die Spatzendame, die sich nun etwas schämte, “Vielleicht schon. Aber wirklich nur ein kleines bisschen. Ein Bonbonpapier um genau zu sein. Der Mülleimer war so weit weg.... Aber die anderen haben viel mehr Müll in den Flüssen entsorgt. Fragen Sie mal Frau Drossel. Die wohnt dort drüben im orangefarbenen Häuschen!” “Jawohl, die fragen wir!” sagte Kipanya und machte sich schon auf den Weg. Doch bei Frau Drossel hörte sich das Ganze sehr ähnlich an. Nur ein Butterbrotpapier habe sie in die Elsenz geworfen. Nur einmal! Aber Herrn Falke sollten sie mal fragen. Und so zogen Bucki und Kipanya durch den ganzen Ort. Von Haus zu Haus. Von Vogel zu Vogel. Von Schmutzfink zu Schmutzfink. Jeder hatte ein bisschen Stinkiges getan. Aber für das große Stinkige wollte niemand verantwortlich sein. “Das kann doch nicht wahr sein!” sagte Kipanya, “Was sollen wir nur tun?” “Ich glaube, ich habe da eine Idee”, sagte Bucki und grinste frech.

Teil V

Heute war kein gewöhnlicher Tag in der kleinen Siedlung am Elsenzufer. Der Biber Bucki hatte alle Bewohner zum Marktplatz gerufen. Und alle waren gekommen. Der sonst so beschauliche Platz war nun erfüllt von aufgeregten Stimmen. Es war kaum mehr möglich seine eigenen Gedanken zu hören vor lauter Plaudern und Quietschen, Plappern und Zierpen, Pfeifen und Tirillieren. “Haben Sie gehört?” fragte einer den anderen, “Der Biber und die Maus suchen den, der unglaublich viel Müll in die Flüsse geworfen hat.” “Ein riesen Stinker muss das gewesen sein!” sagte ein anderer. “Oh, da vorne ist der Biber ja..” “Ruhe! Seid ruhig! Er will etwas sagen”. Langsam verebbte der Lärm und machte Raum für angespannte Stille. “Verehrte Amffeln und Droffeln”, rief Bucki, der auf den Brunnen in der Mitte des Marktplatzes geklettert war, “Liebe Finken und Ffpatzen, Kohlmeiffen und Zfaunkönige, Adler und Buffa...” “Komm zur Sache, Bucki”, zischte die kleine Maus Kipanya zu Buckis Füßen. Bucki, der vorher gar nicht gewusst hatte, wie gerne er Reden hielt, räusperte sich und sagte: “Wie ihr fficher alle wifft, gibt eff unter unff einen rieffigen Fftinker!” Ein Raunen ging durch die Menge. “Einen der immer wieder, auff purer Faulheit, Müll in unffere Flüffe wirft. Dabei weiff er eff eigentlich beffer. Er weiff, daff ffich der Müll im Fluff nicht etwa auflöfft, ffondern ffich ffammelt. Immer mehr Müll ffammelt ffich in den Flüffen und von dort auff in den Meeren. Ffo viel Müll, macht ffo viel Fföneff ganzf kaputt und fftinkig! - Nach langer Ffuche haben wir den gröfften Fftinker gefunden. Hier ffeht ihr ihn!” Bucki zeigte hinter sich. Aus dem Brunnen tauchte eine riesige, triefend nasse Ratte auf. Die Menge hielt die Luft an, um kurz darauf in empörtes Geflüster auszubrechen. “Aber nein!” rief Bucki, “Nicht Mieffratzf! Er zfeigt euch nur daff Bild vom gröfften Fftinker”. Genervt rollte die Ratte die Augen und zog hinter seinem Rücken einen großen Rahmen hervor. Schlagartig wurde es mucksmäuschen still auf dem Marktplatz. Die Tiere sahen auf das Bild und sofort beschämt zu Boden. Was sie dort sahen war schockierend, aber nicht wirklich überraschend. Nachdem jeder einmal in den Rahmen gesehen hatte, versteckte ihn Mieffratz wieder im Brunnen. “Wir wollen nicht zfu fftreng ffein mit dem Fftinker”, sagte Bucki, “Ein biffchen können wir ihn ja verfftehen. Aber er ffoll wieder gut machen, waff er getan hat und die Ufer von Elffenff und Neckar vom Müll befreien”. Das Publikum nickte beschämt. “Aber wir wollen ihn dabei nicht allein laffen, liebe Freunde. Lafft unff alle gemeinffam loffzfiehen und den Müll wieder einffammeln. Zustimmend und ein bisschen erleichtert machten sich die Bewohner an die Arbeit. “Uuuaaahhh”, gähnte Bucki, “Bin ich müde!” “He”, rief Kipanya, “Und du hilfst etwa nicht?” “Muff ich? Ich hatte doch ffon eine geniale Idee heute”. “Die Idee war wirklich genial”, sagte die Maus, “Einen Spiegel hochhalten, so dass jeder glaubt, das Bild zeige ihn selbst; das war grandios!” Bucki kicherte. “Aber jetzt müssen wir mit gutem Beispiel vorangehen und beim Aufräumen helfen.”
Erst gegen Abend kehrte Bucki zurück an seine Liegewiese. Glücklich kuschelte er sich in seine Erdmulde, schmatzte zufrieden und schlief endlich ein.

ENDE

 

 

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